Wednesday, 19th June 2019
19 Juni 2019

BVB-Ikone Manfred Burgsmüller gestorben

Manfred Burgsmüller war ein «Schlitzohr» mit einem ganz besonderen Torinstinkt. Nach dessen Tod würdigt ihn BVB-Präsident Reinhard Rauball als Gesicht von Borussia Dortmund und bedauert mangelnde Wertschätzung in der Nationalelf.

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Essen (dpa) – Der unerwartete Tod von Instinktfußballer und Stürmer-Idol Manfred Burgsmüller hat in der Bundesliga große Bestürzung ausgelöst.

«Die Nachricht von seinem Tod hat mich erschüttert», sagte Borussia Dortmunds Vereinsboss Hans-Joachim Watzke. Die Polizei bestätigte, dass der frühere Kult-Angreifer von Borussia Dortmund bereits am Samstag in seiner Essener Wohnung gefunden wurde.

Burgsmüller wurde 69 Jahre alt. Gegen einen natürlichen Tod des viertbesten Torschützen der Bundesliga und deutschen Meisters mit Werder Bremen von 1988 sprach laut ersten Erkenntnissen der Polizei nichts. Zuvor hatte die «Bild» darüber berichtet.

«Manni Burgsmüller war das Idol einer ganzen Generation», sagte Watzke. «Ich habe ihn sehr gerne Fußballspielen gesehen. Er ist der Bundesliga-Torschützenkönig unseres Vereins. Ein großer Borusse.» Beim Revierclub erlebte der dreimalige Nationalspieler zwischen 1976 und 1983 seine beste Zeit. 135 Tore erzielte Burgsmüller für den BVB in 224 Spielen. Allein am 6. November 1982 traf der Mittelstürmer beim 11:1 des BVB gegen Arminia Bielefeld fünf Mal.

Auch die Deutsche Fußball Liga drückte ihre Trauer aus. Burgsmüller habe die Bundesliga mit seinem «unglaublichen Torinstinkt» geprägt. Nach 447 Bundesliga-Spielen stehen 213 Tore auf seinem Konto. Burgsmüller sei ein «sehr angenehmer, witziger und geradliniger Typ» gewesen, sagte Dortmunds Präsident Reinhard Rauball. «Die BVB-Familie wird Manni Burgsmüller sehr vermissen.»

Burgsmüller hatte seine Karriere 1967 als Jung-Profi bei Rot-Weiß Essen begonnen. Vor seiner Zeit in Dortmund spielte er zudem für Bayer 05 Uerdingen. Für die Krefelder erzielte er zwischen 1971 und 1974 in der Regionalliga West 80 Treffer in 101 Spielen und half damit maßgeblich bei der Qualifikation für die neu geschaffene zweigeteilte zweite Liga.

«Er war ein Instinktfußballer, wie es ihn nur selten gab», beschreibt Watzke Burgsmüller. Rauball bezeichnete Burgsmüller als «das Gesicht von Borussia Dortmund» von Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre. «Er vereinte alle Facetten, über die ein Torjäger verfügen kann», sagte Rauball. «Es ist schade, dass ihm bei der Nationalmannschaft nie jene Wertschätzung zuteil geworden ist, die ihm aufgrund seiner Qualität und seiner Raffinesse zustand.» In seinen drei Auftritten mit der DFB-Elf gelang Burgsmüller kein Tor. Auch der DFB reagierte am Dienstag auf die Nachricht und twitterte: «Ruhe in Frieden, Manni».

Nach seiner Zeit in Dortmund und kürzeren Stationen beim 1. FC Nürnberg und bei Rot-Weiß Oberhausen holte Bremens damaliger Trainer Otto Rehhagel den immerhin schon 36-Jährigen 1985 zu Werder. In den folgenden vier Jahren erzielte Burgsmüller in 115 Bundesligaspielen 34 Treffer und wurde mit 38 Jahren das erste Mal in seiner Karriere deutscher Meister mit den Bremern. «Ruhe in Frieden, Manni», schrieb auch der SV Werder auf Twitter. 1990 beendete Burgsmüller seine Laufbahn als Profi-Fußballer. Vier Mal hatte er das Tor des Monats erzielt.

Nach dem Ende seiner Fußballer-Karriere war es für ihn mit dem Sport allerdings noch nicht vorbei. Sechs Jahre später kehrte er in den Leistungssport zurück und erzielte bis 2002 bei den American Footballern von Rhein Fire aus Düsseldorf zahlreiche Goalkicks.

In Gelsenkirchen versuchte der gebürtige Essener ein Schalker Football-Team aufzubauen. Doch das gelang ebenso wenig, wie sein Vorhaben, den Dortmunder Vorortverein SSV Hacheney als Manager vor dem Abstieg zu retten. Durch die Kabel-1-Sendung «Helden der Kreisklasse» wurde der Club deutschlandweit bekannt.

Watzke wünscht sich nun, dass man Burgsmüller in guter Erinnerung behält. «Er war ein liebenswertes Schlitzohr. So sollten wir ihn in Erinnerung behalten», sagte er.

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